Zusammenfassung Bericht 2026
Im Rahmen des Baus des Golfplatzes Leuk und der A9 wurde festgelegt, dass der Unterhalt der ökologischen Ausgleichs flächen regelmässig kontrolliert und die Entwicklung der Brutvögel systematisch erfasst wird. In den Jahren 2024 und 2025 wurden die Brutvögel erneut aufgenommen, die Pflege der ökologischen Ausgleichsflächen evaluiert und verschie dene ökologische Massnahmen umgesetzt. Die seit 2008 durchgeführten Brutvogelkartierungen ermöglichen eine lang fristige Beurteilung der Gebietsentwicklung. Die Entwicklung der Brutvogelgemeinschaft zeigt ein insgesamt heterogenes, in Teilen jedoch auch Anlass zur Sorge ge bendes Bild, das die Bedeutung gezielter Schutz- und Fördermassnahmen hervorhebt. Während einige Arten stabile oder sogar positive Trends aufweisen, etwa die Nachtigall, verzeichnen andere, darunter typische und charakteristische Arten des Gebiets, deutliche Rückgänge. Die Wiesenbrüter Braunkehlchen und Feldlerche sind seit mehreren Jahren vollständig verschwunden, und besonders alarmierend ist das Verschwinden des Drosselrohrsängers als Brutvogel seit 2025. Auch das Schwarzkehlchen, eine Leitart der offenen Kulturlandschaft, zeigt weiterhin einen negativen Trend. Die Reiherente kommt mit nur noch drei Revieren vor, während Feuchtgebietsspezialisten wie Zwergdommel und Rohrammer zwar noch vorkommen, jedoch in geringen und teilweise schwankenden Beständen. Der Bienenfresser brütet weiterhin im Gebiet, jedoch in deutlich reduzierter Zahl (13 Brutpaare) und stark verstreut. Als besonders wertvoll erweisen sich nach wie vor die flachgründigen Teiche des Golfplatzes und die östlichen Teiche der A9-Fläche, die zahlreichen Arten weiterhin geeig nete Lebensräume bieten. Die neu angelegten Lebensräume nördlich des Altarms befinden sich derzeit noch im Aufbau, bieten jedoch Potenzial. Die kommenden Jahre werden zeigen, wie sie sich hinsichtlich der Artenvielfalt entfalten. Der Unterhalt der ökologischen Ausgleichsflächen im Links Leuk Golfresort und im Perimeter der A9 wurde korrekt umge setzt, und zentrale Elemente des neuen Pflegekonzepts konnten bereits realisiert und mittels Infotafeln kommuniziert werden. Gleichzeitig zeigt sich, dass extensiv genutzte Mähwiesen, trotz guter Pflege, für viele anspruchsvolle Arten, ins besondere bodenbrütende Vögel, nur noch eine geringe ökologische Funktion erfüllen. Entlang der Suonen im Golfresort wird ein alternierendes Mähregime angewendet, bei dem jährlich nur eine Seite geschnitten und die gegenüberliegende als Altgrasstreifen stehen gelassen wird. Diese Strukturvielfalt soll insbesondere das Schwarzkehlchen und den Sumpf rohrsänger fördern. Die Schilfgürtel der Teiche werden weiterhin nach der 1/3-Regel gepflegt, damit für Arten wie Zwerg dommel und Drosselrohrsänger genügend Altschilf erhalten bleibt. In den A9-Flächen bieten die nördlich der Teiche gele genen Ruderalbereiche ein hohes Potenzial für die Schaffung neuer Lebensräume, und eine angepasste Beweidung könnte dabei eine dynamische ökologische Entwicklung auslösen, von der zahlreiche Pflanzen- und Tierarten profitieren.
